Alte Rebsorte mit jungem Gemüt. Der Portugieser hat eine frische Säure und kommt eher leichtfüßig denn körperreich daher. In Punkto Kulinarik passt er deshalb ganz prima zu leichten Speisen, die einen süffigen Rotwein vertragen.
Damals und heute. Vom Winzerkeller in den Bocksbeutel
Seit dem 19.Jahrhundert gibt es den Portugieser in Deutschland. Laut der Legende verbreitete sich die Traube von einem Weingut in Bad Vöslau aus und stamme angeblich aus der portugiesischen Stadt Porto. Vor allem in Rheinhessen und der Pfalz gefiel es der Traube. Hier fand sie ein neues Zuhause und eroberte die Weinberge, in dem sie andere Sorten einfach verdrängte.
Eine schöne Legende zwar, doch ist es nun mal eine Tatsache, dass die Traube in Portugal völlig unbekannt ist. So scheint es heute wahrscheinlicher, dass die Traube vielmehr aus dem bergigen Österreich als aus dem sonnigen Süden stammt.
Ein, zwei, viele Rotweine
Im Sortenspiegel der roten Sorten muss sich der Blaue Portugieser nur den Sorten Spätburgunder und Dornfelder geschlagen geben. Damit ist er die dritthäufigste Rotweinsorte. Fast fünf Prozent der deutschen Rebfläche sind mit dem Portugieser bestockt. Er spielt in der Pfalz als Schoppenwein eine ähnliche Rolle wie der Trollinger in Württemberg.
Aus der Rebe im Weinberg werden Frankenweine
Der Portugieser stellt nur wenige Ansprüche an Boden und Lage. Nur – nicht ganz so feucht und schwer sollten sie sein. Aus der Rebe entstehen meist leichte und fruchtige Weine. Und das schon sehr früh, da die Trauben mitunter schon in der ersten Septemberhälfte als Qualitätswein geerntet werden können.


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